Rezeptbeton
Beton ohne Eignungsprüfung
Nach der ÖNORM B 4710-1 müssen für jeden Beton teure und zeitaufwendige Erst- und Güteprüfungen durchgeführt werden, welche die Anwendung von Beton für kleine Bauteile unwirtschaftlich machen.
Das VÖZFI hat für Betone mit geringen Anforderungen (z.B. geringe Festigkeiten) ein einfaches Herstellungsverfahren entwickelt, mit dem auf diese Prüfungen verzichtet werden kann, aber trotzdem 5 verschiedene Betonsorten bis zu einer Festigkeitsklasse C25/30 gezielt hergestellt werden können.

Rezeptbeton kann auf Baustellen eingesetzt werden, auf denen auch Korngemische ohne Gewährleistung für einen niedrigen Gehalt an Abschlämmbarem und eine Kornzusammensetzung im brauchbaren Sieblinienbereich verwendet werden und auf denen Waagen für das Zumessen der Gesteinskörnung und Einrichtungen zum Prüfen der Eigenfeuchte der Gesteinskörnung nicht vorhanden sind.
Das Herstellungsverfahren beruht darauf, dass Zuschlag der im Frischbeton einen hohen Wasseranspruch hat, auch einen hohen Gehalt an Oberflächenwasser hat und umgekehrt.
Grundlage ist darum ein von der üblichen Zugabeabfolge der Betonbestandteile abweichender Mischvorgang, der unbedingt einzuhalten ist. Zuerst wird ein Zementleim mit etwa der halben Menge der Gesteinskörnung gemischt. Diesem sehr weichen Zementleim- Gesteinskörnungsgemisch wird dann die restliche Menge der Gesteinskörnung zugegeben bis der Beton die gewünschte Verarbeitbarkeit hat.





