VÖZ Logo
header betondesign 03

Beton spendet Wärme

Die Aktivierung von Betonbauteilen ist eine zukunftsweisende Technologie. Beton kann aufgrund seiner großen Masse Wärme speichern und sie wie ein Kachelofen an den Raum abgeben. Der Baustoff sorgt so für ein angenehmes Raumklima – keine trockene Heizungsluft, keine Zugluft, keine thermisch bedingten Staubaufwirbelungen und das Beste: Das System ist energieeffizient und nachhaltig. Die gewünschte Raumtemperatur kann schon mit geringen Vorlauftemperaturen erreicht werden, und das spart Energie und Kosten.

Massiver Energiespeicher

simulationsraum
Simulationsraum, © fredmansky

Beton hat eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und eine gute Wärmeleitfähigkeit. Fallen durch das Fenster ein paar Sonnenstrahlen auf ein Bauteil (Fußboden, Wand), so wird dieses erwärmt und gibt die Wärme an den Raum ab. In der kalten Jahreszeit liefert das System der Bauteilaktivierung den zusätzlichen Wärmebedarf. In Betonbauteile werden bei deren Herstellung Rohrleitungen eingelegt, durch die temperiertes Wasser geleitet wird. Das Wasser gibt die Wärme an den Beton ab, dort wird sie aufgrund der hohen Materialdichte gespeichert und langsam in Form von Strahlungswärme an den Raum abgegeben, was wir Menschen als sehr angenehm empfinden. Kurzfristige Temperaturspitzen werden selbsttätig ausgeglichen. Egal wie kalt es draußen ist, in gut gedämmten Bauwerken liefern massive Betonbauteile ein konstantes Raumklima mit Wohlfühlfaktor.

Die thermische Bauteilaktivierung funktioniert für alle Arten von Hochbauten. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Baubranche und Wissenschaft sind wir bemüht, dieses innovative Konzept auch im Wohnbau zu etablieren. Mit der Inbetriebnahme des ersten bauteilaktivierten Simulationsraums an der BAUAkademie Salzburg wurde der Grundstein für die weitere Erforschung des Systems gelegt. Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, die Berechnungs- und Planungsgrundlagen für eine optimierte, breite Anwendung zu schaffen - für ein energieeffizientes Bauen.

Technik mit Zukunft

Heizen und Kühlen mit Beton
    Funktionsweise, © Z+B

Der Baustoff Beton gilt als robust und weist eine lange Lebensdauer auf.  Das System der Bauteilaktivierung ist dementsprechend wartungsarm und arbeitet in einem energiesparenden Niedrigtemperaturbereich. Der notwendige Energieaufwand kann durch nachhaltige, erneuerbare Energiequellen wie z.B. Geothermie oder Solarenergie abgedeckt werden. Damit die klimatischen Eigenschaften von Beton mit den zur Verfügung stehenden Energiequellen optimal genutzt werden können, sollten alle verwendeten Energiequellen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. In speziellen Anwendungsfällen wird es damit möglich werden, Gebäude heizungstechnisch autark zu betreiben und dadurch weitere CO2-Emissionen zu vermeiden. Das System funktioniert natürlich auch in die andere Richtung: In heißen Sommermonaten bieten bauteilaktivierte Betonteile eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Klimaanlagen.

Erfolgreiche Praxisbeispiele

Kletterhalle
Kletterhalle, © Z+B/wild+team
Wohnhausanlage am Wilhelminenberg
Wohnhausanlage am Wilhelminenberg
© Z+B/Schwentner

Die innovative Technologie der Bauteilaktivierung ergibt mit alternativen Energiequellen eine neue, besondere Symbiose zur Wärmeversorgung kommunaler Bauten wie Schulen, Krankenhäuser oder Veranstaltungszentren. So wurde die Universität Salzburg durch die Kombination von Beton als Wärmespeicher mit dem Einsatz von Geothermie zu einem hochwertigen Lern- und Arbeitsort, zudem werden Betriebskosten und Energie gespart. Auch bei sportlichen Freizeitaktivitäten spielt Beton mehr als nur eine tragende Rolle. In der größten Kletterhalle Österreichs (knapp 400 m2 Grundfläche) wird die aktivierte Betonbodenplatte über eine am Dach befindliche Solaranlage mit Energie versorgt. Die überschüssige Energie wird verkauft – der Energiespeicher Beton bringt hier sogar ein kleines zusätzliches Einkommen. Am Wilhelminenberg in Wien befindet sich die erste Wohnhausanlage mit Bauteilaktivierung. Insgesamt 910 m2 bauteilaktivierte Betondecken sorgen hier im Winter für wohlige Wärme. Bürogebäude, Einfamilienhäuser – bei umsichtiger Planung lohnt es sich für Mensch und Umwelt, die tragende Konstruktion eines Bauwerks auch als Heizkörper zu nutzen, die Bauteile bewusst zu aktivieren.

Wohlfühltemperatur zum Nachlesen

Warum wird Heizen und Kühlen mit niedrigen Temperaturniveaus in den nächsten Jahren so bedeutsam? Wie funktioniert die Strahlungswärme? Warum wird es kühler, wenn die Raumwände nur einige Grade unter der Wohlfühltemperatur bleiben? In unseren Info-Broschüren finden Sie die wichtigsten physikalischen Grundgesetze zum Thema Heizen und Kühlen mit Beton sowie Begriffe rund ums Heizen, energetische Anforderungen an neue Gebäude und Grundlagen der Energieübertragung.

Veranstaltungstipp

Am 2. und 3. März 2015 findet unsere Veranstaltungsreihe "Expertenforum Beton" statt. Im Mittelpunkt steht der Baustoff Beton als Energiespeicher. Fachleute präsentieren intelligente Lösungen zum Thema Heizen und Kühlen mit Beton und stellen zukunftsweisende Technologien und gebaute Strukturen vor. Energiesparen und ressourcenschonender Verbrauch von Energieträgern stehen bei der Errichtung moderner Gebäude mehr denn je im Mittelpunkt. Gehen Sie mit uns einen Schritt in Richtung umweltschonende Baukonzepte. Der Eintritt ist frei!